Küken-Projekt der Erstklässler

Schon in ihren ersten Schulwochen starteten die Erstklässler aus der „Kükenklasse“ der August-Becker-Schule ihr erstes, anspruchsvolles Projekt. Weil eine Henne aus Frau Zeidlers Hühnerschar auf fünf Eiern saß und brütete, beschlossen die Kinder, die Tiere zu beobachten und zu erforschen. Dabei wurden sie zu regelrechten „Küken-Experten“.

Nachdem die Eltern von Frau Zeidler als „außerschulische Experten“ eine Glucke mit 15 ganz unterschiedlich aussehenden eine Woche alten Küken im Unterricht vorstellten und die ersten Fragen der Kinder beantworteten, war das Interesse bei allen geweckt.

Glücklicherweise schlüpften die Küken aus Zeidlers Hühnerstall an einem Freitagvormittag. Das war ein aufregender Start für das Projekt. Denn die eifrigen Naturbeobachter hatten so die Gelegenheit, das Picken der Küken im Ei zu belauschen, einen Blick durch das eben freigepickte Loch ins Ei zu werfen und schließlich das nasse, winzige Küken in den ersten Minuten seines Lebens anzuschauen, bevor Frau Zeidler es schnell unter die wärmenden Flügel der Glucke schob.

Am nächsten Tag sammelten die interessierten Schüler einen ganzen Katalog von Fragen, die sie in den nächsten Wochen erforschen und klären wollten. Wie entsteht das Küken im Ei? Wie sieht es im Ei aus bevor das Küken schlüpft? Was fressen Küken am liebsten? Und wie schnell wachsen sie zu Huhn oder Hahn heran?

Da es sich am besten am lebenden Objekt forscht, brachte Frau Zeidler die Küken regelmäßig zu den „Forscherstunden“ mit in die Klasse. Die Kinder entwickelten gemeinsam einen Plan, wie die Lieblingsspeise der Tiere ermittelt werden könnte und lernten, ein vereinfachtes Beobachtungsprotokoll zu erarbeiten und dann auszufüllen. Aufgaben wurden verteilt, Futter herbeigeschafft und schließlich untersuchten die Kinder aufmerksam, wie die Hühnerlein auf die verschiedenen Futterangebote reagierten.

Genauso hielten die Schüler fest, wie die Küken wuchsen und wie sich ihr Federkleid und ihr Verhalten verändert. Als die Tiere etwas robuster geworden waren, durfte jedes Kind ein Küken in den Händen halten.

Wie sich ein Küken im Ei entwickelt, lernten alle anhand von einem Legekreis, in dem Bilder geordnet und beschrieben wurden. Ein animierter, kurzer Lehrfilm veranschaulichte die Entwicklung im Ei außerdem.

Im Unterricht wurden auch fleißig Küken-Worte gesucht, gelesen und geschrieben und im Fach Bildende Kunst bastelten die Kinder Küken im Ei und druckten lustige und freundlich dreinblickende Küken. In einem Küken-Heft „Vom Ei zum Huhn“ durfte jedes Kind entsprechende Bilder anmalen und dazu Wörter oder Sätze schreiben. Als Hauaufgabe erklärte es dann seiner Familie zu Hause das kleine, selbstgestaltete Buch.

Das Küken-Lied „Pick, Pick, Pick, was klopft denn da im Ei“ wurde gerne gesungen. Der Text, der das Schlüpfen beschreibt, wurde jedoch kritisch hinterfragt und nach einiger kreativer Diskussion abgeändert.

Die Ergebnisse dieser erfolgreichen Einheit stellten die kleinen Forscher in aufklappbaren Plakaten dar, die sie am Freitag in der Schulversammlung stolz präsentierten.