Mitreden, seine Meinung offen sagen und gemeinsam Lösungen finden – wichtige Eigenschaften, die bei Kinder so früh wie möglich gefördert werden sollten. Seit kurzem versammeln sich deshalb jeden letzten Freitag im Monat die Schülerinnen und Schüler der August-Becker Grundschule in Klingenmünster in der Schulturnhalle zur Schulversammlung. Sie treffen sich nicht etwa zum Turnen - sie treffen sich mit ihren Lehrerinnen vielmehr zum debattieren - dann auch diskutieren muss gelernt werden.

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Marktplatz regional durfte an einer dieser Schülerversammlung teilnehmen. Erstaunlich wie diszipliniert und ernsthaft die „künftigen kleinen Parlamentarier“ – die Tagesordnung abarbeiteten. Sicher und fast schon routiniert leiteten die beiden Schulsprecher Nele Braun aus der dritten Klasse und Nicolas Baumann aus der vierten Klasse die Sitzung. Selbst die „Schul-Neuling“- die Erstklässler durften sich daran beteiligen und lernten zu Beginn das Schülerparlament- die Vertreter der einzelne Klassen kennen. Plakate – Pausenstreitereien, Probleme mit Klettermatten - die Themen wurde sehr intensiv diskutiert, nach möglichen Lösungen soll im jeweiligen Klassenrat gesucht werden und die Ergebnisse durch die Abgeordneten in der nächsten Versammlung vorgestellt werden. „Durch das Mitspracherecht fühlen sich die Kinder ernst genommen“, versichert Schulleiterin Andrea Seither.

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Ein ganz besonders interessantes, mehrjähriges Projekt , an dem sich auch die beiden Lehramtsstudentinnen Tamara Schulz und Johanna Krahl von der Uni Landau beteiligen, stellte Frauke Hahn von der Bürgerstiftung Pfalz in der Schulversammlung vor. Die Grundschule in Klingenmünster übernimmt die Patenschaft für einen Wingert von Familie Porzelt und die Kinder lernen dabei das ganze Jahr nicht nur die Arbeit eines Winzers kennen, vor allem soll schon früh das Bewusstsein für eine lebendige Natur gestärkt werden. „Die Pädagogische Grundlage des Changemaker-Projekt ist die Lernform „Lernen durch Engagement“ erklärt Frauke Hahn das Projekt, das durch die SWR- SR- Herzenssache und die Kissel-Stiftung finanziell gefördert wird und vom Weingut Porzelt und der Universität Koblenz-Landau unterstützt wird.

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Bereits am 11. September findet ein Projekttag im Weinberg statt. Gemeinsam mit Schreinermeister Jochen Münch fertigen die Dritt- und Viertklässler einen Insektenturm und stellen ihn im Weinberg auf. Alle Arbeiten werden durch die Kinder dokumentiert und in der nächsten Versammlung dem Schülerplenum vorgestellt. Für die beiden jungen Studentinnen sind vier Projekttage gleichzeitig ein Zertifikatsstudium. „Gerade in unserer Weinbaugebend ist das von Nachhaltigkeit gezeichnet Weinbergprojekt mit sozial-ökologisch –ökonomische Aspekten für Kinder äußerst lehrreich. Es liegen spannende Wochen und Monate vor uns“, weiß Schulleiterin Andrea Seither und freut sich mit den Kindern und ihrem Kolleginnenteam auf die Arbeit die vor ihnen liegt. (chf)